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Wir wussten es eigentlich alle schon seit den 70er Jahren. Nur wollte es keiner wahrhaben und keiner wollte es sagen: die staatlichen Renten sind nicht wirlich sicher, das ist Fakt. Zumindest für alle Jahrgänge ab 1964 wird es immer enger. Die Gelder aus den klassischen Rentensystemen werden weniger, die Lebensarbeitszeit könnte steigen bzw. das Renteneintrittsalter wird schrittweise angehoben. Da hat sich der Staat natürlich was einfallen lassen, mit heißer Nadel wurden Konzepte gestrickt. Eines davon nennt sich die Riester Rente, eine indirekt geförderte private Rentenversicherung. Heute riestert man für seinen Ruhestand. Dabei wurden anfangs leider auch Produkte angeboten, die überhaupt nicht staatlich gefördert wurden. Das hat die Versicherungsbranche allerdings kaum geschert. Hauptsache Verträge verkauft.

Was ist die Riester Rente?

Grundsätzlich handelt es sich im Fachjargon um eine zusätzliche kapitalgedeckte Altersvorsorge. Was für ein Begriff. Man könnte auch sagen: eine zusätzliche private Rentenversicherung. Der Sinn des Ganzen: so lange man arbeitet, zahlt man in eine vom Staat anerkannte Sparform ein. Das kann ein Fonds sein, eine private Rentenversicherung oder andere anerkannte Sparangebote. Der Staat fördert das, was man einzahlt. Konkret heißt das: man musste im ersten Jahr 2005, um Zuschüsse zu bekommen, mindestens 2% des Bruttoeinkommens des Vorjahres in einen anerkannten Vertrag einzahlen. Dafür erhält der Einzahler 76 Euro vom Staat. Hat er Kinder, dann erhält er zusätzlich pro Kind 92,--Euro. Der Einzahlungsbetrag stieg 2006 auf 3%, dafür erhielt man 114,--Euro und pro Kind 138,--Euro. In 2007 stieg der Beitrag auf 4% des Bruttojahreseinkommens, die Zuschüsse auf 154,--Euro und pro Kind auf 185,--Euro. Neben diesen Regelungen erlaubt es der Staat außerdem, die Beiträge zusätzlich steuerlich geltend zu machen. 2005 konnte man 1.050,--Euro geltend machen. 2006 und 2007 waren es 1.575,--Euro und 2008 sind es 2.100,--Euro.

Wer wird gefördert, wer nicht?

Förderung erhalten z. B.: gesetzlich rentenversicherte Arbeitnehmer, Azubis, Altersteilzeitler, Vorruheständler, Arbeitslose solange sie Arbeitslosengeld erhalten, Arbeitnehmer in Kindererziehung und Mutterschaftsgeld-Empfänger, Krankengeldempfänger, 325Euro-Arbeitnehmer die Sozialversicherungs-Beitrag zahlen, Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst, Zivil-/Wehrdienstleistende und Helfer im sozialen Jahr, Behinderte (in anerkannten Werkstätten bzw. wenn sie 20% der Arbeit von Vollbeschäftigten leisten), Handwerker mit Eintrag in die Handwerksrolle, Selbstständige die pflichtversichert sind sowie Landwirte die pflichtversichert sind.

Keine Förderung erhalten dagegen z. B. gesetzlich Versicherte, die schon in einer Zusatzversicherung pflichtversichert sind, Arbeitnehmer und Selbstständige die nicht in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen, freiwillig Rentenversicherte, nicht sozialversicherungspflichtige 325Euro-Arbeitnehmer, Rentner und Pensionäre.

Welche Anlageformen werden anerkannt?

Um eine anerkannte Riester Sparform zu sein, müssen Anlageformen folgende Kriterien erfüllen:
  • angespartes Kapital darf frühestens nach Vollendung des 60. Lebensjahres ausgezahlt werden
  • es muss sichergestellt sein, dass der Anbieter mindestens die Beiträge und Zulagen auszahlen kann
  • das angesparte Kapital muss monatlich als Rente ausgezahlt werden. Maximal 30% dürfen auf einmal ausgezahlt werden.
  • man muss den Vertrag wechseln dürfen
Alle Produkte werden dabei gleich gefördert, egal ob Fondsparplan, Banksparplan oder Riester Rentenversicherung.

Was springt für den Anleger raus?

Man spricht durch den großen Run auf diese Anlageform momentan von einer angeblichen Verzinsung von 8%. Geredet wird viel. Ich würde es den Anlegern wünschen, wenn sie tatsächlich so viel an Zinsen bekommen. Allerdings gelten diese Renditen nur für Fondssparpläne (deren Erträge sich aber auch schlechter entwickeln können!). Banksparpläne sind mit maximal 4 bis 5% anzusetzen. Das ist trotzdem nicht ganz schlecht. Am niedrigsten gehen die Riester-Versicherungen dran. Sie garantieren nur eine Verzinsung von 2,75%. Nicht schlecht, aber auch nicht sehr berauschend.

Gut zu wissen!

Riester-Verträge sind vererbbar! Das ist mal was gutes. Verstirbt ein Einzahler, so kann das Ersparte auf den Ehepartner übertragen werden. Wird allerdings ein Vertrag vom Kunden aufgelöst bzw. durch dessen Erben, so muss die erhaltene Förderung zurückgezahlt werden! Die Verträge sind (noch) sicher vor ALG II. Mit Hartz IV geht man ja an alle Guthaben des Arbeitslosen - aber nicht an Riester Verträge. So gesehen eine gute Anlage. Anlegen darf man maximal in zwei verschiedene Verträge.

Anlage Beispieltabellen (Quelle: Arbeitsministerium)

Geplante staatliche Zulagen für Riester Verträge:
Jahr Sparleistung Grundzulage Kinderzulage
2002/2003 1% 38 Euro 46 Euro
2004/2005 2% 76 Euro 92 Euro
2006/2007 3% 114 Euro 138 Euro
ab 2008 4% 154 Euro 185 Euro


Aus der nachfolgenden Tabelle kann man ersehen, was man bei einem durchschnittlichen Jahreseinkommen und der daraus resultierenden Sparleistung an Riester Rente pro Monat erhält. Annahme: Sparleistung 4 %. Alle Angaben in Euro. Quelle: Arbeitsministerium
Einkommen Sparleistung Rente/Monat
5.000 200 94
10.000 400 188
15.000 600 282
20.000 800 376
25.000 1.000 470
30.000 1.200 564
40.000 1.600 752
50.000 2.000 941

 


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