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Die Krankenversicherung

Die Krankenversicherung gehört zu den Sozialversicherungen. Eine (gesetzliche) Krankenkasse ist normalerweise Träger der gesetzlichen Krankenversicherung. Der Gegenpart zur gesetzlichen Krankenkasse ist die Private Krankenversicherung. Sie steht aber nicht jedem offen. Die Dinge, die sich um das Thema drehen, sind über das Sozialgesetzbuch geregelt. Man geht davon aus, dass in Deutschland ca. 90% der Menschen in den gesetzlichen Kassen versichert sind. Die Kassenlandschaft war einmal sehr groß - ist jedoch extrem geschrumpft. Mutmaßlich dürfte es 2008 noch so um die 250 gesetzliche Krankenkassen geben. In den 1990ern gab es einmal über 1.200. Die Zahl dürfte sich aber noch weiter verringern - so will es zumindest der Gesetzgeber.

Der Betrieb der Kasse ist im Prinzip der Kasse selbst vorbehalten. Sie muss ihren Haushalt selbst regeln. Aber der Staat gibt zumindest die Rahmenbedingungen vor. Zuletzt mischte sich der Staat vehement über die Gesundheitsreform 2007 ein. Eine Kasse muss bestimmte Pflichtleistungen erbringen, darf manchmal aber auch mehr erbringen. Die Betriebsmittel sind aber streng reglementiert. Kommt eine Krankenkasse da in Schwierigkeiten, dann muss sie über Beitragsanpassungen frühzeitig reagieren um nicht in die Verlustzone zu geraten. Eine Krankenkasse darf gemäß gesetzlicher Vorgabe eigentlich keine Schulden machen!! Andererseits darf eine Krankenkasse auch keine Rücklagen für schlechte Zeiten bilden (z. B. keine Altersrückstellungen). Man weiß schon heute, dass dies aufgrund der bekannten Entwicklung der deutschen Gesellschaft ein großes Problem ergeben wird und nichts anderes als steigende Beiträge bedeuten wird.

Wer ist wie krankenversichert?

Sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer sind pflichtversichert, sofern sie die Versicherungspflichtgrenze nicht überschreiten. Die heute gültige Versicherungspflichtgrenze wird auch Jahresentgeltgrenze genannt. Eine Besonderheit ist die besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze. Sie gilt für Arbeitnehmer, die am Stichtag 31. Dezember 2002 wegen Überschreitens der an diesem Tag geltenden Jahresarbeitsentgeltgrenze versicherungsfrei und bei einem privaten Krankenversicherungsunternehmen vollversichert waren. Das Problem war damals die enorme Anhebung der Pflichtgrenze, weshalb man für bereits privat Versicherte einen niedrigeren Wert festlegen musste. Um Verwechslungen zu vermeiden: die Beitragsbemessungsgrenze für die KV ist betragsmäßig identisch mit der besonderen Jahresarbeitsentgeltgrenze, sie legt aber fest, bis zu welchem Betrag vom Einkommen Beiträge zur gesetzlichen bzw. privaten Krankenversicherung ansteigen. Sie stellt damit einen Grenzbetrag dar, bis zu dem die Beiträge ansteigen. Was über der Beitragsbemessungsgrenze liegt, wird nicht in die Berechnung der Beiträge einbezogen.

Für alle sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer, die in diesem Sinn versicherungspflichtig sind, ist der Abschluss einer Krankenversicherung seit 01.04.2007 ein Muss ( siehe Krankenversicherungspflicht). Wer mehr verdient, kann sich freiwillig versichern. Er muss sich nicht pflichtversichern. Allerdings gilt auch ab 01.01.2009 für alle anderen eine Versicherungspflicht, wonach dann praktisch jeder eine Krankenversicherung haben muss.

Was leistet eine Kasse und was tut man, wenn eine Leistung verweigert wird?

Die Leistungen der Krankenkassen können sich immer noch unterscheiden. Wie bekannt ist, ähneln sich die Leistungen der Kassen größtenteils. Aber es gibt doch Unterschiede, und die wird es wohl auch weiter geben. Von daher lohnt es sich schon noch, die Leistungskataloge zu untersuchen. Was Krankenkassen grundsätzlich leisten müssen und wo die Grenzen dessen liegen, ist grundsätzlich per Sozialgesetzbuch und auch über Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses geregelt. Nicht jede Ablehnung der Krankenkasse ist gerechtfertigt - dagegen kann man vorgehen! Dazu muss man zuerst einen Widerspruch einlegen. Dies macht man schriftlich, am besten per Einschreiben. Reagiert die Kasse darauf nicht, dann kann man vor das Sozialgericht gehen. Hier werden keine Gerichtskosten fällig. Das ist günstig, man kann vor dieses Gericht grundsätzlich auch ohne Rechtsanwalt gehen. Das ist doppelt günstig. Manchmal reicht auch schon die Beschwerde aus. Diese muss man in den meisten Fällen an das Bundesversicherungsamt richten. Es ist für die meisten Ersatzkassen, Innungskassen und BKKs zuständig. Für andere Kassen ist normalerweise das Sozialministerium des Landes zuständig, in dem die Kasse den Sitz hat.

Wer zahlt wie viel?

Ab 2009 gelten in den gesetzlichen Kassen die gleichen Beiträge. Dann treten die Regeln des Gesunheitsfonds in Kraft. Ab 01.01.2009 zahlt jeder in der gesetzlichen Krankenversicherung 15,5%, zum 01.07.2009 wurden die Beiträge wohl wieder auf 14,9% gesenkt, seit 01. Januar 2011 gelten wieder 15,5% (ermäßigt 14,9) für alle Versicherte. Dieser Beitragssatz soll angeblich eingefroren werden und nicht mehr verändert werden. So gesehen braucht man Beitragssätze nicht mehr miteinander zu vergleichen. Aber man sollte immer noch schauen, wie eine Krankenkasse wirtschaftet. Denn: erwirtschaftet eine Kasse mit dem Einheitsbeitrag einen Überschuss, so kann sie diesen an die Versicherten zurückgeben (kann, muss aber nicht!). Einige tun das klaglos, andere tun es nicht. Grundsätzlich ist es momentan noch so: bei gesetzlich Versicherten wird der Beitrag zur Krankenkasse normalerweise jeweils zur Hälfte vom Arbeitgeber und zur Hälfte vom Arbeitnehmer bezahlt. Ende 2006 lagen die durchschnittlichen Beiträge zu den Gesetzlichen Krankenversicherungen bei ca. 14,28%. Seit 2005 wird sich die Lage aber immer weiter zuungunsten der Versicherten verschieben. Im Jahr 2011 trugen Arbeitgeber 7,3 Prozent und Arbeitnehmer 8,2 Prozent des gültigen Beitragssatzes von 15,5 Prozent. Etwas sonderbar war die Meldung für 2015, nachdem der Beitragssatz um 0,9 Prozentpunkte gesenkt wird, die Kassen im Gegenzug aber wieder Zusatzbeiträge erheben dürfen (was sie wohl auch tun werden).

Etwas anders ist es bei freiwillig Versicherten. Bei Ihnen muss ein Arbeitgeber einen so genannten Pflichtzuschuss bezahlen. Der beträgt 50% des Beitrages, jedoch nicht mehr als die Höchstgrenze (2012 waren das 279,23 Euro). Bei Selbstständigen sieht es ganz anders aus - sie zahlen Ihre Beiträge im Normalfall komplett selbst.

Gesetzlich vs. Privat

Also: ein Pflichtversicherter kann nie in eine Privatversicherung eintreten. Ein freiwillig Versicherter kann entweder in eine gesetzliche oder private Kasse. Zurück aus einer Privaten Krankenversicherungen in eine gesetzliche Krankenversicherung kann man aber nur unter ganz speziellen Bedingungen. Das klingt erst einmal alles unfair. Aber private Krankenversicherungen bieten nicht nur Vorteile. Ist man gesetzlich versichert, dann ist jedes Familienmitglied (Frau und Kinder) in der Regel automatisch mitversichert. In der privaten Versicherung muss man jedes Familien-Mitglied (Frau und Kinder) separat versichern. Natürlich ist eine private Versicherung zuerst mal wesentlich billiger, aber wenn man noch drei Familienmitglieder hat, ist dieser Vorteil oft schnell weg. Was mittlerweile auch bekannt sein dürfte: die Beiträge im Rentenalter sind in private Krankenversicherungen in der Regel höher! Und dann kann man nicht mehr einfach wechseln.

Was immer noch Fakt ist: die private Versicherung leistet oft mehr. Die gesetzlichen Versicherungen monieren, dass die Privaten sich das auch leisten könnten, da alle Bedürftigen nur in der gesetzlichen Versicherung sind und diese unendlich viel Geld kosten. Das dürfte so etwas pauschal formuliert sein. Es ist z. B. oft so, dass die privaten Versicherer und auch viele Betriebskrankenkassen und Ersatzkassen über wesentlich schlankere und kostengünstigere Verwaltungen verfügen als manche klassische gesetzliche Kassen. Aber wie gesagt hat die Regierung für die arme Lobby gesetzliche Kasse gesorgt und zwingt die Privaten Krankenkassen ab 2009 einen einheitlichen Basistarif anzubieten oder genauer gesagt (Quelle Bundesministerium für Gesundheit)

Ab dem 1. Januar 2009 sind alle Personen, die nicht der GKV versichert sind (zum Beispiel Personen, die vormals in der PKV versichert waren), und die ohne anderweitige Absicherung im Krankheitsfall sind, verpflichtet, eine private Krankheitskostenversicherung abzuschließen. Sie erhalten das Recht, sich in einem neuen Basistarif der PKV zu versichern. Auch bereits in der PKV Versicherte sowie freiwillig in der GKV Versicherte können innerhalb bestimmter Fristen in diesen Basistarif wechseln. Die privaten Krankenversicherungsunternehmen müssen den Basistarif ab 1. Januar 2009 anbieten. Der bisherige Standardtarif der PKV wird dann für Neuzugänge geschlossen. Die Leistungen des Basistarifs müssen dem Leistungsumfang in der GKV entsprechen. Die privaten Krankenversicherungsunternehmen dürfen keinen Versicherungsberechtigten zurückweisen, der sich im Basistarif versichern will. Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse sind nicht erlaubt. Und es wird z. B. weiter ausgeführt:Die Verpflichtung (Kontrahierungszwang) der privaten Krankenversicherungsunternehmen, freiwillig Versicherte der GKV in den Basistarif aufzunehmen, gilt für einen Zeitraum von sechs Monaten nach Einführung des Basistarifs beziehungsweise für einen Zeitraum von sechs Monaten nach Beginn der Wechselmöglichkeit (Bei Arbeitnehmern bedeutet das: Das Einkommen lag drei Jahre lang über der Versicherungspflichtgrenze).

Auswahlkriterien für die Wahl der Krankenkasse

Die Wahl des Versicherers ist immer eine persönlich Sache. Was man nach meiner Meinung zumindest in seine Überlegungen einfliessen lassen kann, wären folgende Punkte:
  • welche Leistungen bietet eine Kasse an. Man kann zwar davon ausgehen, dass ca. 95% der Leistungen bei allen Kassen gleich ist. Aber die restlichen 5% können interessant sein. Werden alternative Behandlungsformen übernommen? Wie steht es mit der häuslichen Pflege? Welche Zusatzleistungen gibt es bei chronischen Erkrankungen? Die Leistungspakete sollte man immer gut vergleichen.
  • Service. Für viele Versicherte ist ein guter Service wichtig, manche brauchen ihn nicht. Man sollte zumindest bei der Wahl der Kasse darauf achten. Wer eine direkte Anlaufstelle möglichst in seiner Nähe haben will, sollte keine Kasse wählen, die in ganz Deutschland nur eine Servicestelle hat und ansonsten nur per Telefon oder Online weiterhilft. Wer diesen Service nicht braucht, der sollte schon von günstigeren Angeboten solcher Kassen Gebrauch machen. Oft ist es so: je weniger Geschäftstellen, desto geringere Fixkosten, desto günstigere Tarife.
  • Kostenerstattungsprinzip. Hier sollte man vorsichtig sein. Ist dieses Prinzip vereinbart, so wird man auf Rechnung behandelt wie ein Privatversicherter. Dies hat aber nicht nur Vorteile. Nach Ansicht vieler Fachleute hat es für gesetzlich Versicherte oder freiwillig Versicherte eher Nachteile.

Wechsel der Kasse

Ein Kassenwechsel ist eigentlich gar nicht so schwer. Meistens muss man mindestens 18 Monate in einer Kasse versichert sein, bevor man kündigen kann. Ein Ausnahmefall: erhöht die Kasse die Beiträge, kann ein gesetzlich Versicherter vorzeitig kündigen. Es empfiehlt sich die schriftliche Kündigungsform. Das Schreiben kann formlos sein. Die Krankenkasse muss die Kündigung innerhalb zwei Wochen bestätigen. Als Kündigungsfrist gelten normalerweise zwei Monate auf Monatsende. Das hieße zum Beispiel: wer seine Kündigung Ende Januar einreicht wird frühestens ab 01. April Mitglied einer neuen Kasse (Januar + 2 Monate = April). Die Bestätigung der Kündigung muss man seiner neuen Kasse zukommen lassen. Diese übernimmt dann ab dem Stichtag die Leistungen. Sollte mit dem Übergang der neuen Versicherung etwas schiefgehen, bleibt man als Versicherter normalerweise bei der alten Versicherung versichert. Man muss dann allerdings nochmal neu kündigen.

Solange man Versicherungspflichtig ist, muss einen jede andere gesetzliche Kasse aufnehmen. Bei freiwillig Versicherten oder Selbstständigen ist das nach meinem Kenntnisstand nicht genau so. Hier kann eine Kündigung bei einer gesetzlichen Kassen dazu führen, dass man von keiner anderen mehr aufgenommen wird. Mit anderen Worten: wer als nicht pflichtversicherter bei gesetzlichen Kassen mal raus ist, hat es schwer wieder reinzukommen.


(Alle Angaben ohne Gewähr, Versicherungs-Pol)

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